RP-Online 25.6.2011

Drachen beherrschen die Bever

VON MAREN PANITZ - zuletzt aktualisiert: 25.06.2011

Hückeswagen (RP). 15 Teams aus Hückeswagen und Umgebung kämpften Fronleichnam um den Sieg beim Drachenboot-Festival auf der Bever-Talsperre. Die Hückeswagener Pogojugend verpasste den Sieg im Finale um eineinhalb Sekunden.

Geschwindigkeit und Teamwork sind beim Drachenboot-Rennen wichtig, bei dem Festival an Fronleichnam auf der Bever geht's aber auch um den Spaß. Dieses Team hatte viel davon – bei diesen Kopfbedeckungen. . . Foto: Dörner

Dass die 20 Paddler pro Boot und die Trommler den Wettbewerb nicht so ganz bierernst nahmen, ist schon an den Namen ihrer Teams abzulesen: Sie heißen "Strandpiraten", "Master of Desaster", "Schlafmützen" oder "Children of Bikinibottom". Ausgestattet mit Zelten und Pavillons, die geschmückt waren mit liebevoll gestalteten Mannschaftsbannern, richteten sich die mehr als 300 Aktiven auf den Liegewiesen rund um die DLRG-Wachstation nahe der "Zornigen Ameise" ein.

Axel Konsen, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft (IG) Zeltplätze Bever-Talsperre, die das Rennen jedes Jahr organisiert, zeigte sich zufrieden mit dem reibungslosen Verlauf der beliebten Veranstaltung. "Es gab so viele Anmeldungen, dass wir fünf Mannschaften sogar absagen mussten", sagte er. Daher sollen für das kommende Jahr vier Drachenboote für das Festival gebucht werden, um dem Ansturm der Interessenten gerecht zu werden. In diesem Jahr waren den Veranstaltern drei Boote zur Verfügung gestellt worden.

"Alle Teilnehmer sehen den Bootsrennen entspannt entgegen, denn schließlich kämpfen wir hier nicht um eine Meisterschaft, sondern um die ,Goldene Ananas'", kommentierte Konsen die fröhliche Partystimmung rund um die Wachstation.

Ein bisschen mehr Ehrgeiz als bei anderen Mannschaften breitete sich bei der Sprockhöveler Crew der "Strandpiraten" aus. "Wir haben den Titel zweimal gewonnen und möchten diesen gerne behalten", sagte Teamchef Rainer Niedergethmann. Dazu feuerten sich die "Strandpiraten", wie alle anderen Mannschaften auch, lautstark mit einem eigenen Schlachtruf an.

Ehrgeizig zeigte sich auch das jüngste Team; die elf- bis 22-jährigen "Children of Bikinibottom" hatten sich zum ersten Mal für das Bever-Drachenboot-Festival angemeldet. "Unsere Eltern gehören zu den 'Strandpiraten'. Und heute wollen wir beweisen, dass wir besser sind als sie", verkündete André Kopittke. Das Vorhaben scheiterte bei beiden dann jedoch deutlich – die "Strandpiraten" verpassten als Vierter die Titelverteidigung, der Nachwuchs musste als 14. Lehrgeld zahlen.

Das Interesse am Rennen war riesengroß: Die Helfer der DLRG zählten am Donnerstag etwa 1000 Aktive und Besucher. Und damit für den Fall, dass ein Boot kentern sollte, wirklich alle Paddler an Land gezogen werden konnten, zählten Heiko Altendorf und seine Kollegen vor jedem Start genau die Anzahl der Bootsinsassen. "Gerade bei einer solchen Spaßveranstaltung wird die Sicherheit groß geschrieben", erklärte der Lebensretter. Schließlich brachte im Vorjahr eine Mannschaft ihr Boot zum Kentern; die Paddler mussten durch das kalte Beverwasser ans Ufer schwimmen.

 
Quelle: RP
 

WZ Newsline 23.8.2010

Sprockhöveler Strandpiraten: Draufgänger im Drachenboot

Die Strandpiraten treffen sich seit sieben Jahren zum Drachenbootfahren. Mit Erfolg: Gekentert sind sie noch nie.

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Sprockhövel. Sie sind im verflixten siebten Jahr. Doch von Krise ist keine Spur bei den Strandpiraten. Acht Frauen und 16 Männer gehören zu der illustren Gruppe. Ihr Hobby: Drachenbootfahren. Ursprünglich waren sie Fußballeltern der TSG Sprockhövel, bis sie die Idee hatten, gemeinsam Drachenboot zu fahren.

Die Besetzung ist in sieben Jahren gleich geblieben

Schnell wurde ihnen klar: von der Landratte bis zum echten Drachenbootfahrer ist es ein schweißtreibender Weg. Entsprechend durchwachsen fielen die Anfangsresultate aus. Beim ersten Rennen sprang Platz 28 von 35 Teilnehmern heraus.

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  Lars Lenssen

Ein erfolgreiches Team: Die 16 Strandpiraten (auf Bahn drei) haben in Witten den zweiten Platz belegt.

Nicht gerade der große Durchbruch - aber zumindest ein Achtungserfolg für die Anfänger, die vor allem eine Menge Spaß dabei hatten. Den haben sie auch sieben Jahre später nicht verloren. "Und wir sind immer noch in Originalbesetzung", freut sich Rainer Niedergethmann, der Teamchef der Piraten.

Bei den Regatten wollen die Anfänger vorne mitmischen

Inzwischen sind aus den Underdogs sogar Siegkandidaten geworden. Und das, obwohl die Sprockhöveler bereits ein bisschen in die Jahre gekommen sind: Zwischen 40 und 50 Jahre sind die Strandpiraten alt.

Absolute Höchstleistungen sind da zwar schwierig, aber die Sprockhöveler haben sich in der Gilde der Hobbypaddler dennoch ganz weit vorne etabliert, wie auch die Ergebnisse dieses Jahres zeigen: Auf der Bever gewannen sie zum zweiten Mal in Folge, in Witten belegten sie Platz zwei.

 Selbst eine Wettkampfklasse höher, bei den sportlich ambitionierteren Mannschaften, machten sie eine gute Figur, liefen in Duisburg auf Rang acht über die Ziellinie.

"Wir fahren vier bis fünf Regatten pro Jahr und wir haben natürlich auch den Ehrgeiz vorne mitzumischen", erzählt Niedergethmann. Der große Trumpf ist dabei neben Erfahrung und Kraft vor allem die Technik. "Das hilft uns, mit jüngeren Konkurrenten mitzuhalten", weiß der Teamchef.

Jedes Boot hat eine Besatzung von 20 Personen.

Ein Drachenboot kostet 10.000 Euro. Deswegen mieten sich die Strandpiraten regelmäßig ein Boot beim TV Krah am Baldeneysee.

Gefahren wird im Training sonntagmorgens um 11 Uhr - bei Wind und Wetter.

Das Tempo geben dabei die beiden Schlagleute Roland Ruthenbeck und Dirk Burau vor. Die beiden sitzen ganz vorne im Boot und geben den Takt an, den Trommlerin Christel Kamperhoff dann übernehmen muss, und nach dem die komplette Mannschaft paddelt: im Wettkampf bedeutet das 250 Meter lang Vollgas.

 "Danach zittert der Arm und man ist total ausgepowert. Dann braucht man erst einmal eine Stunde, um sich zu erholen", erzählt Niedergethmann.

Nachwuchs kann bei den Strandpiraten anheuern

Im Gegensatz zu vielen anderen Drachenbootteams sind die Strandpiraten übrigens noch nie gekentert. "Wenn nur einer kippelt, kann das Boot schon mal ziemlich ins Wanken geraten, aber bisher sind wir noch nie Baden gegangen", schmunzelt Niedergethmann. Und auch der Zusammenstoß mit einem anderen Boot im vergangenen Jahr sei glimpflich ausgegangen.

Das Vereinsleben hält aber noch eine Menge weiterer Unternehmungen bereit. Eine Tour aufs Ijsselmeer, Bowlen, Sommerfest, Herbstwanderung und natürlich die gemeinsame Weihnachtsfeier gehören bei den Strandpiraten mit dazu.

Und damit noch lange erfolgreich weitergepaddelt werden kann, will sich das Team verjüngen. Wer Interesse hat, bei den Strandpiraten anzuheuern, kann sich bei Rainer Niedergethmann (Telefon 02324-74409) melden.


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